GEDANKEN ZUR WAHL EINER KÖNIGIN

Wahl der 78. Pfälzischen Weinkönigin in Neustadt/Weinstrasse

Letzten Freitag waren wir in Sachen Wahl der Pfälzischen Weinkönigin unterwegs. Über Sinn und Unsinn des Amtes wird derzeit viel diskutiert. Weinkönigin! Braucht man das noch? Was assoziiert man damit? Sind Name und Amt noch zeitgemäß? Bei der Fachbefragung am Vormittag antwortete eine Kandidatin auf diese Fragen: “Königin zu sein, das ist ein Mädchentraum. Jedes Mädchen möchte das doch sein.” Und vielleicht liegt hier die Krux. Die Notwendigkeit, sich irgendwo einzupendeln, zwischen dem Mädchentraum, den das Amt impliziert, und dem Wunsch, ernst genommen zu werden als Person, als Persönlichkeit mit Fachwissen.

Für die fünf jungen Damen, die zur Wahl standen, scheint das kein Widerspruch. Selbstbewusst trotz ihrer Aufregung, (meist) fachlich kompetent, und voller Vorfreude auf das anzustrebende Amt präsentierten sie sich am Vormittag der Jury aus Fachleuten der Weinbranche und Vertretern der Presse.

Die Stimmung war gut, locker. Klar: Es ging um Wein. Um Pfälzer Wein. Aber man darf nicht vergessen, dass mit der Wahl der Pfälzischen Weinkönigin die junge Dame auserwählt wird, die – gemeinsam mit ihren Prinzessinnen – ein Jahr lang die Pfälzer Winzer und ihre Weine im In- und Ausland vertritt. Das Werbegesicht für den Pfälzer Wein. Da muss man schon genauer hinschauen. Denn das ist auch: Business oder wie die Pfälzer sagen “Gschäft”. Und das hat nichts mit Mädchentraum zu tun. Sondern mit der Realität – wie auch das gesamte Amtsjahr an die jungen Damen ganz besondere Herausforderungen stellt: Sie haben keinen großen Hofstaat, der sich um Kleider, Haare und Make-up kümmert, kein großes Budget für Schuhe, Blazer oder Kostüme, keinen Fahrer, der sie von A nach B fährt, vielleicht auch keinen Redenschreiber und niemanden, der ihre privaten Termine organisiert. Kurzum: Weinkönigin zu sein, ist ein Job. Auch mal ein harter. Auch wenn es um Wein geht.

Doch dass die jungen Frauen ungeachtet dessen viel mitnehmen, viel erleben, in ihrer Persönlichkeit wachsen, und – ja – auch viel Spaß in diesem Jahr haben, ist ohne Zweifel. Das merkte man vor allem den Hoheiten an, die am Freitag verabschiedet wurden. Viel konnten sie erzählen, viel haben sie gesehen. Und so ist Wehmut dabei, als sie ihre Kronen abgeben. Vielleicht aber auch ein wenig Freude, ihr eigenes Leben wieder zurück zu haben, ihre eigenen Termine wählen zu können, wieder über sich selbst zu bestimmen.

Den jungen Damen gehört Respekt gezollt. Für ihren hohen persönlichen Einsatz für den Pfälzer Wein, für ihre Zeit, die sie opfern, und die Dinge, auf die sie verzichten. Natürlich geschieht das freiwillig! Es ist wohl ziemlich sicher eine Win-win-Situation: Die jungen Damen profitieren ebenso von dem Amtsjahr wie die Pfalzweinwerbung und alle Pfälzer Winzer. Mit Anastasia Kronauer haben wir eine fachlich kompetente, charmante und wortgewandte Pfälzer Weinkönigin. Sie wird sich mit ihrer Persönlichkeit durchsetzen und mit ihrem Fachwissen überzeugen. Wir wünschen ihr und ihren Prinzessinnen viel Freude beim Werben für den Pfälzer Wein. Zum Wohl. Die Pfalz!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert